• Weniger Normensalat und / oder weniger Semmeln?

Weniger Normensalat und / oder weniger Semmeln?

19.06.2020 Hans Egloff

Mit grossem Interesse verfolge ich immer wieder die Aktivitäten der Verbände und Sektionen des HEV ausserhalb des zürcherischen Kantonsgebietes. Selbstverständlich gehört dazu, dass ich dafür auch in deren Publikationen stöbere.

Da ein Blick über die Grenzen selten schadet, bin ich auch Mitglied von Haus & Grund Deutschland. In einem bereits etwas vergilbten Magazin – aber noch immer brandaktuell – regt sich ein Kolumnist über die Energiepolitik der Bundesregierung und der EU auf.

Offenbar gibt es eine Idee für eine Energieeffizienzrichtlinie der EU. Deren Artikel 6 verpflichtete Energieverteiler und Energieverkäufer, jährlich 1,5 Prozent ihrer an Endkunden verkauften Energie einzusparen. Das Bundeswirtschaftsministerium lehnt das Ansinnen zwar als planwirtschaftlichen Eingriff ab, das Bundesumweltministerium dagegen – mit dem Instrument des Zwangs offenbar bestens vertraut – hält die Verbindlichkeit der Pläne für essenziell.

Der Autor fragt, wie verzweifelt die Umweltpolitiker denn sein müssen, dass ihnen nur noch der schleichende Suizid eines ganzen Wirtschaftssektors als probates Mittel erscheint, um Klimaziele zu erreichen. Wohl mit erzwungenem Augenzwinkern wartet er auf den Vorschlag, die Verteilung und den Verkauf von Energie mit Kerker bei Wasser und Brot zu ahnden.

Ich sehe da ein anderes Mittel, wie man derlei Unsinn in Brüssel, Berlin und aktuell auch in Bern oder Zürich effizient und dauerhaft stoppen könnte. Mir schwebt ein Gesetz vor, das die Gesetzgeber dazu zwingen würde, jährlich 1,5 Prozent des Normensalates abzuschaffen. Mit dessen Umsetzung müsste allerdings begonnen werden, bevor die EU die Bäcker in Europa dazu zwingt, jährlich 1,5 Prozent weniger Semmeln zu verkaufen!